
Funktionen, Einflussfaktoren und aktuelle Forschung
FASZIEN-UNIVERSUM
Faszien sind das innere Netzwerk unseres Körpers, eine Art elastisches Bindegewebe, das alles zusammenhält, verbindet und unterstützt. Sie umgeben Muskeln, Knochen, Gelenke und Organe und durchziehen den gesamten Körper.
Sie geben dem Körper Halt, verbinden verschiedene Strukturen miteinander und füllen die Räume zwischen Organen und Geweben aus.
Faszien sind außerdem wichtig für Bewegung: Sie übertragen Kräfte im Körper und helfen dabei, dass Muskeln überhaupt Bewegung erzeugen können. Zudem enthalten sie viele Nerven, Sinneszellen und wichtige Bestandteile des Lymphsystems.


FASZIEN-UNIVERSUM
1. Stützfunktion
Faszien sind das „Organ der Form". Sie umhüllen, stützen und halten in Form: Muskeln, Organe, Nerven, Gefäße, Knochen und Gelenke.
2. Trägerfunktion
Faszien bilden das tragende Element für das Nerven-, Gefäß- und Lymphsystem. Diese enge Verbindung zeigt sich bereits in der Embryonalentwicklung.
3. Schutzfunktion
Faszien schützen den Körper vor Spannungskräften, Stress und Gewalteinwirkung. Gehirn, Rückenmark, Gefäße und Organe werden durch robuste Faszienhüllen geschützt.
4. Stoßdämpferfunktion
Durch ihre Elastizität fangen Faszien die Wucht einwirkender Kräfte ab. Die Grundsubstanz (Proteoglykane) kann ihre Zähflüssigkeit je nach Belastung verändern.
5. Hämodynamik
Faszien dienen als periphere Pumpen für Blut und Lymphe mit 8 bis 12 Zyklen pro Minute – eine Ergänzung zur zentralen Herzleistung.
6. Abwehrfunktion
Das Bindegewebe stellt eine erste Barriere des Immunsystems gegen das Eindringen von Krankheitserregern dar.
7. Kommunikation
Auf Ebene der Faszien finden wesentliche Stoffwechselprozesse statt. Die Grundsubstanz beeinflusst das Verhalten und die Produktion der Zellen aktiv.
8. Biochemische Funktion
Kollagen-, Elastin- und Retikulinfasern wirken als Biopolymere. Sie können unter Druck elektrische Impulse erzeugen und Energie speichern.

VERKLEBTE FASZIEN
Beschwerden entstehen oft nicht plötzlich, sondern entwickeln sich über längere Zeit durch verschiedene Einflüsse auf unseren Körper. Zu den häufigsten Ursachen gehören übermäßiger Stress, Fehlernährung, Bewegungsmangel, Fehlhaltungen und Operationsnarben. Auch Umwelteinflüsse wie Elektrosmog und WLAN-Belastungen können das Fasziensystem in eine dauerhafte Schutzspannung versetzen.
Die Folge: Das natürliche Gleichgewicht des Körpers gerät aus dem Takt. Bewegungseinschränkungen, Schmerzen, Verspannungen und allgemeines Unwohlsein können entstehen oft schleichend und zunächst unbemerkt.
Das Hauptaugenmerk der Faszientherapie liegt auf dem Zusammenspiel von Schwerkraft und Körperhaltung. Im Idealfall steht der Körper im Lot, also in einer senkrechten Linie in einem Winkel von 90° zum Boden. Dabei wirkt die Schwerkraft mit der geringsten Kraft auf uns.
Bei Fehlhaltungen, z. B. nach vorn gebeugt, bietet der Körper der Schwerkraft eine höhere Angriffsfläche außerhalb des Lotes. Dies führt zur dauerhaften Anspannung und Überlastung der Muskeln sowie zu Verkürzungen der Faszien. In Fachkreisen nennt man das „sensomotorische Amnesie“.
Die Struktur findet nicht mehr zurück in die Entspannung. Unsere Faszientherapie zielt darauf ab, die Spannungsketten im Körper zu lösen, Gelenkgeometrien auszugleichen und das Körpergleichgewicht wiederherzustellen. Die Entspannung der Struktur folgt automatisch.
Dr. Robert Schleip ist Leiter des „Fascia Research Project" der Universität Ulm, die weltweit eine führende Rolle in der Faszienforschung einnimmt. Im Interview erklärt er, warum Faszientherapie und die richtige Ernährung Ihren Körper fit und elastisch halten. Sein Fazit: „Wer sich nicht bewegt, verklebt!"

Die richtige Auswahl an Nahrungsmitteln spielt eine ergänzende Rolle bei der Gesunderhaltung des Bindegewebes. Generell wird eine Ernährung reich an zellschützenden Antioxidantien empfohlen: Grünkost, Kurkuma, Omega-3-Fettsäuren und hochwertige Öle. Grundsätzlich schlecht sind entzündungsfördernde Lebensmittel wie Zucker, Weißmehlprodukte, Schweinefleisch und Alkohol.
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